Rauschendes Fest zum Zehnten...

 
Der Jubiläumsball der Pferdefreunde Nach dreieinhalb Stunden Ball hängen die ersten Krawatten schief. Frauen kleben Pflaster auf wund getanzte Füße, andere stehen an der Garderobe an für ihre zwischengelagerten Wechselschuhe. 6000 Besucher aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen sind zum zehnten Ball der Pferdefreunde in die Holstenhallen von Neumünster geströmt. Und nicht nur Hauptorganisator Dieter Stut, ­Geschäftsführer des PSH, ist in Jubiläumsstimmung.

Nach fünfeinhalb Stunden Tanzmarathon zur Musik von sieben Bands, davon fünf mobile, in vier Hallen plus Zeltanbau, schlafen die ersten Pferdefreunde an den Tischen. Doch die Tanzflächen sind früh am Morgen immer noch so voll, dass Laufmaschen und offene Hemdskragen kaum auffallen. Wie im Sattel, wird, zu Klassikern aus  Genres von Walzer bis Hip Hop, Rhythmusgefühl gezeigt. Pausen werden den Tanzbeinen nicht gegönnt, es sei denn an einer der (Cocktail-)Bars. Die Stimmung ist blendend, auch Neumünsters Oberbürgermeister Hartmut Unterlehberg lässt sich davon einfangen, strahlt und knüpft Kontakte zu Zweibeinern aus der Reiterszene.
Mit stolz  tragen er und seine Projektbeauftragte Kirsten Eickhoff-Weber den Titel „Pferdestadt Neumünster“ an diesem Abend. Für Unterlehberg ist der Reiterball eine Premiere, wie er zugibt. „Grandios“ lautet sein Urteil über das vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein, den schleswig-holsteinischen Mitgliedern der Deutschen Reiterlichen Vereinigung („PMs“) und den Zuchtverbänden (Holsteiner und Trakehner) organisierte Treiben in den herrlich dekorierten Hallen.
Wehrmutstropfen war der Garderobenservice.  Der war nach Auffassung einer erbosten Masse spätestens in den frühen Morgenstunden  „eine Katastrophe“, wie Dieter Stut bedauert. Mit Wartezeiten nach Abgabe des Garderoben-Chips von bis zu 15 Minuten (und davor von gut einer Stunde), vertauschten, falsch herausgegebenen und verschwundenen Jacken, Taschen, Schuhbeuteln und Schirmen, ein unwürdiger Abschluss für ein so liebevoll gestaltetes Jubiläumsfest, meinten einige Besucher. „Schade, dass die Gäste nach einem gelungenen Abend mit so einem schlechten Eindruck nach Hause gehen, aber für das kommende Jahr werden wir Abhilfe schaffen“, versprach Stut.
Dirk Iwersen, Geschäftsführer der Holstenhallen Betriebe, erklärte die „tumultartigen Zustände“ damit, dass zum einen 150 Gäste ihre  Garderobenmarke verloren und den Ablauf massiv aufgehalten hätten, zum anderen sei aufgrund der Rekordbesucherzahl zuwenig Personal im Einsatz gewesen. „Zu guter letzt haben wir sogar die Parkplatzwächter heran gezogen“, so Iwersen, der versprach, im kommenden Jahr mehr Servicepersonal zu stellen und einen Extra-Schalter für verlorene Marken einzurichten. Jessica Bunjes

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