178 Hengste umfasste der Katalog für die Körung in diesem Jahr, eine noch nie da gewesene Nennungszahl. Schon im Vorwege war allen Verantwortlichen klar, dass diese Körung daher nicht den gewohnten Ablauf haben könne. So wurde entschieden, die Deutschen Reitponys bereits am Donnerstag zweimal zu besichtigen, die Anerkennung wurde auf den Sonntag verlegt.
Der Tag der Entscheidungen begann wie immer mit den Shetlandhengsten, deren Qualität in diesem Jahr wieder einmal sehr gut war. Bei den Vertretern unter 87 Zentimetern stand der in Holland geborene Xander van de Bekke an der Spitze der drei gekörten Vatertiere, Hans-Heinrich Ehlers hatte diesen Fuchsfalben, Sohn des Narco oet Twente, im vergangenen Herbst für die hiesige Mini-Zucht erworben. Und auch der Sieger bei den Hengsten ab 87 Zentimetern stammt aus Bokhorst: Züchterin und Besitzerin Tanja Ehlers stellte den Rappen Steinburgs Brainstorm vor, ein typschöner Sohn des Balduin mit drei hervorragenden Grundgangarten. Aber auch die Qualität der anderen vier gekörten Vertreter sprach für sich, mit Spannung dürfen schon jetzt die Shetlandfohlen des Jahrgangs 2010 erwartet werden.
Der Tagessieger bei den Schleswiger Kaltbluthengsten trabte sich in die Herzen der Zuschauer. Von Ulan stammt der aus der Zucht von Peter Bartelsen kommende Fuchs ab, der mit einem sehr guten Schritt ausgestattet ist und zudem durch herausragende Umgänglichkeit auf sich aufmerksam machte. Als „Einzelkämpfer“ in ihren Rassen gekört und mit der verdienten Schärpe ausgezeichnet wurden das vom Hof Groth in Hamburg gezüchtete Deutsche Polopferd Ti Amo (v. Tilup) sowie der energisch sich bewegende Friesenhengst Torino (v. Tasoi, Z.+B.: ZG Hartmann/Sievers, Nortorf) und der erste in Schleswig-Holstein gekörte Paso Peruano RTP Talus (v. Soberand CM), den die in Dänemark beheimatete Ellen Korsgaard vorstellte.
Groß war in diesem Jahr die Gruppe der Islandhengste, von denen 13 bereits mit absolvierter Jungpferdebeurteilung und der Note 7,80 und besser nach Neumünster anreisten. Sieben Hengste wurden vor Ort beurteilt, vier dieser Hengste erzielten die Note 7,8 und besser und wurden somit ebenfalls gekört. Als Siegerhengst herausgestellt wurde der mit überragendem Bewegungspotential ausgestattete Kraftur vom Heesberg, ein Sohn des Stigur vom Störtal aus der Zucht von Daniel C. Schulz aus Ehndorf. Mit 8,27 erzielte dieser Falbe ein Rekordergebnis in der Islandpferdezucht. Den Reservesieger in dieser Rasse stellte Günther Jöhnk aus Wasbek als Züchter und Besitzer von Gaumur vom Störtal (v. Gladur frá Hólabaki), ein energischer Fünfgänger, der in Neumünster mit 8,08 geprüft wurde.
Mit Guapo van den Wilgenhof verdiente sich ein in Belgien gezogener Fjordhengst den Titel in seiner Rasse. Eros ist der Vater dieses harmonischen Weißfalben, der bei Inka Störmann in Flethsee zu Hause ist. Der Name Wüstenstern wurde an den besten Haflinger vergeben. Züchter und Besitzer dieses hochmodern aufgemachten Weltwind-Sohnes ist Wolfgang Kreikenbohm aus Padenstedt.
Mit der Farbe Blue Eyed Cream ausgestattet ist der Sieger bei den Palominos, FS Chacco Blue, abstammend von FS Champion de Luxe aus der Zucht des Ferienhofs Stücker, Weeze. Peter Böge ist Besitzer dieses schicken Halbbruders von FS Don´t Worry und Vollbruder von FS Chambertin, der bei Anpaarung mit Füchsen immer einen Palomino zeugen wird. Wie bei den Palominos wurden auch für die Pintozucht zwei Hengste gekört. Die blau-weiß-rote Schärpe ging in diesem Fall an Jacky Boy N (v. Eiluns Jonas N) aus der Zucht von Gerd Andresen, Hüllerup. Besitzer des gelassen auftretenden Braunschecken ist das Gestüt Nordland in Großenwiehe.
Mit Grimaldi stellte Christian Thoroe aus Ahrenviöl als Züchter einmal mehr einen sehr schönen Sieger bei den Welsh B. Vater ist der Elitehengst Grisu N, der mit Giorgio N, Grandeur N und Graffiti N bereits drei gekörte Söhne vorweisen konnte. Die Mutter Eiluns Halina brachte in Verbindung mit Hondsrug Don Gregory N bereits Dublin und Diablo. Der Rappe, jetzt im Besitz von Hark Arfsten, Oldsum/Föhr, zeigte sich ausdrucksstark und beweglich. Bei den Welsh Cob ergab die Entscheidung der Kommission einen gekörten Hengst und damit auch den Sieger: Der mit einer ausgesprochen guten Galoppade ausgestattete Palomino Brillant stammt ab von Babalou, Züchter und Besitzer ist Gerd-Wilhelm Puck aus Nessendorf. Mit Skaergardens First Night wurde erstmals seit vielen Jahren wieder ein Connemara-Hengst in den Holstenhallen gekört. Abstammend von Frederik und aus dem Züchterstall von Brigitte Goetske aus Egtved in Dänemark überzeugte der Fuchs durch viel Solidität bei einem sehr guten Ablauf im Trab. Drei der sechs vorgestellten New Forest-Hengste konnten in das Hengstbuch I aufgenommen werden. Mit bestem Rassetyp ausgestattet konnte der Sieger des Fohlenchampionats 2006, Manolo, als Sieger gefeiert werden. Poppings Marribo zum Vater hat der bei Petra und Klaus Koellmann in Seevetal gezüchtete braune Lamenti III-Enkel, dessen harmonischer Körperbau und taktmäßigen Bewegungsabläufe zudem für die Spitzenposition sorgten.
Bei den Deutschen Reitponys erreichten zwölf der 27 gekörten Hengste nach viermaliger Besichtigung den Endring. Schönheit, Sportlichkeit und Leistungsbereitschaft strahlten alle diese Hengste aus, die auch noch nach drei Tagen sehr präsent waren. Mit dem Siegerhengst Steendieks Mc Laren konnte ein elegant aufgemachter Fuchs ganz nach vorne gestellt werden, den nicht nur drei hervorragende Grundgangarten kennzeichnen, sondern zudem ein hervorragender Ablauf beim Freispringen. Die Kombination des Vaters Mad Max mit Desperado K, Anpaarung der Ex-Bundeschampions Dornik B und Solaris K, spricht zudem für sich. Züchter dieses mittlerweile in Hessen beheimateten Vatertieres ist Peter Böge aus Schönhorst. Erster Reservesieger in der großen und qualitätsvollen Gruppe der Reitponys wurde der Rappe Schierensees Have a good Time, ein rahmiger und bewegungsstarker Sohn des Harvard aus der Nightfire-Tochter Farina, die bereits Schierensees Micky Blue Eye brachte. Züchterin und Besitzerin Kristin Rosenbaum aus Malente stellte diesen energischen und gut aufgerichteten Hengst auch selbst vor. Mit der Schärpe des zweiten Reservesiegers wurde der wohl trabstärkste Hengst der Kollektion Steendieks Monte Cassini ausgezeichnet. Energisch aus dem Hinterbein abfußend, präsentierte sich der braune Sohn des Welsh B Eiluns Monopoly, dessen Mutter Rieke (v. Candillo) holsteinisch gebrannt ist. Züchter und Besitzer ist hier wiederum Peter Böge aus Schönhorst. Joe Cool, ebenfalls aus der Anpaarung eines Welsh B-Hengstes (Eiluns Jonas N) mit einer Holsteiner Stute (v. Acadius) entstanden und mit gutem Ponytyp ausgestattet erhielt bei der abschließenden Siegerehrung eine Sonderauszeichnung als Hengst mit dem besten Springvermögen.
Damit ging eine dreitägige Körung zu Ende, die allen Beteiligten viel Engagement und Durchhaltevermögen abverlangte.
Dr. Elisabeth Jensen
Insbesondere der großen Helfertruppe sei an dieser Stelle herzlich „Danke“ gesagt. Ohne sie wäre ein reibungsloser Ablauf nicht möglich gewesen. Zudem ein „Danke“ an alle Sponsoren der Veranstaltung, deren Unterstützung einmal mehr für alle Geehrten eine bleibende Erinnerung brachte. Und last but not least geht der große Dank an alle Hengstaufzüchter, die auch in diesem Jahr wieder in so großer Zahl die Bereitschaft hatten, ihre Hengste in Neumünster vorzustellen und die sich von den zahlreichen Änderungen im Ablauf nicht abschrecken ließen. Ein Dank sei auch allen Teilnehmern gesagt, die trotz zum Teil deutlich höherem Aufwand und trotz der Änderungen stets diszipliniert waren und sich selbst von einem recht schwierigen Zeitplan nicht schrecken ließen.
„Danke!“
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung der Veranstaltung bei:
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Futterkamp
Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V., Abteilung Zucht, Warendorf
Bauernverband Schleswig-Holstein e.V., Rendsburg
Pferdesportverband Schleswig-Holstein, Bad Segeberg
Stadt Neumünster
Joachim Blunk GmbH, Land- und Kommunaltechn. Lohnunternehm., Rendswühren
Böckmann-Vertretung, H. Harder, Nahe
Fleischerei Brinkop, Neumünster
FN-Verlag, Warendorf
Gartengestaltung und Gehölzpflege Gosch, Seeth
Hansa-Milch AG, Upahl
IG Fjordpferd
IG Shetland
IG Welsh
Küchentreff Elmshorn
Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord HaGe, Kiel
Rechtsanwaltskanzlei Harder u. Griffel, Tangstedt
Reit- und Fahrverein Alveslohe
Reitsportkontor Pinneberg
Salvana Tiernahrung GmbH, Elmshorn
Fa. Schaumann, Pinneberg
Schwarck Landtechnik, Süseler Baum
Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes
Vereinigte Tierversicherung (VTV), Dirk Eigen, Klein Parin
VIRBAC Tierarzneimittel GmbH, Bad Oldesloe
Hark Arfsten, Oldsum/Föhr
Familie Boock - Stall Pegasus, Seeth
Norbert Büscherhoff - Reitponystation, Neuendeich
Gestüt Karl-Heinz Bumann, Gettorf
Jürgen & Heidemarie Colell, Bohmstedt
Max Dammann, Kronsmoor
Familie Delfs, Dägeling
Günter Fock, Rodenbek
Ursula & Manuela Gattorna, Schenefeld
Manfred Hansen, Gestüt Nordland, Großenwiehe
Hanno Harder, Werbetechnik, Nahe
Anke Jaspers, Halstenbek-Branden
August Heinrich Jensen, Dollerup
Wolfgang Kreikenbohm, Ponypark Padenstedt
Stefan Lühr, Bad Segeberg
Klaus Ohm, Hamdorf
Dieter Opasinski, Dannewerk
Gerd-Wilhelm Puck, Nessendorf
Sabine Reimers-Mortensen, Lutzhorn
Tjeert Rijkens, Elmshorn
Familie Romeike, Nübbel
Christina Roters, Kisdorferwohl
Anette Schroedter-Voss, Wattenbek
Familie Schurek, Söl’ring Hoff, Wanderup
Heinrich Staggen, Schipphorst
Stefanie Stahmer, Hohenfelde
Gestüt Herrenhof, Kai-Udo Thies + B. Schulz-Hüther, Hüttblek
Johannes Timmermann Landhandel, Schillsdorf
Firma Trede & von Pein, Itzehoe
Familie Tofahrn, Grammdorf
Gestüt Wendell, Augustenhof, Hassmoor
Helga u. Horst Wiechmann, Seeth-Edkholt
Hans-Detlef Wulff, Bönebüttel
ZG Hartmann/Sievers, Nortorf
sowie bei allen Helfern und allen
Teilnehmern!
Vier Stunden Begeisterung
Volles Haus für eine faszinierende Schau
Seit 1989 ist es nun schon fester Bestandteil der Körtage in Neumünster: Die Veranstaltung wird beendet mit einem Schauprogramm, in dem alle Züchter und Liebhaber der verschiedenen Rassen zeigen, was ihre Ponys und Pferde alles so können.
Und wieder einmal war es faszinierend zu sehen, wie viele Ideen in die Tat umgesetzt wurden und wie begeistert die 3000 Zuschauer die Bilder begleiteten. Weit über 300 Pferde und Ponys und sicherlich über 500 Teilnehmer sowie eine große Anzahl an Helfern im Hintergrund setzten vier Stunden lang in Szene, auf wie viele verschiede Arten man Spaß mit den Vierbeinern haben kann. Bunte Bilder mit tollen Kostümen, hochwertige Dressur- und Springvorführungen und rasante Auftritte mit viel Akrobatik wechselten sich ab. Die ganze Vielfalt der Rassen, aber auch die gesamte Breite des Reit- und Fahrsports faszinierten wieder und sorgten für sehr viel Stimmung im Oval der Holstenhalle.
Eingebettet in die schönen Schaubilder fanden traditionell die Ehrungen der Sieger- und Reservesiegerhengste wie auch die der erfolgreichen Züchter und Sportler des Jahres 2008 statt. Erstmals erhielten auch die neu auszuzeichnenden Elitehengste ihre Schärpen und Urkunden in diesem verdienten Rahmen.
Die Verlosung von Shetlandpony Holsteins Bagda vom Gestüt Bumann, Gettorf, sowie weiterer Preise war wieder einmal der krönende Abschluss eines tollen Wochenendes und eine hervorragende Werbeveranstaltung für das Pferdestammbuch. Allen Beteiligten sagen wir auf diesem Wege ganz herzlich „DANKE“!
Dr. Elisabeth Jensen
Präsentation der Vatertiere
Offene Hengstschau Mit 50 Teilnehmern war die erstmals in Neumünster angebotene offene Hengstschau auf Anhieb ein Erfolg. In Gruppen zu dritt oder viert - bei einem Gespannbild waren sogar sieben Hengste auf einmal in der Halle - konnten die Vatertiere unter dem Reiter oder vor dem Wagen präsentiert werden.
Ausführliche Beschreibungen der Hengste informierten die Stutenbesitzer, die auf der Suche nach einem qualitätsvollen Vater für ihr Fohlen 2010 waren und unterhielten die zahlreichen Zuschauer dabei sehr gut.
Schon die Vorankündigung im Internet nach einer Idee und auch umgesetzt von Vorstandsmitglied Jutta Schlüter konnte begeistern. Fast jeder Hengst erschien vier Wochen und länger mit Foto und Text auf der Startseite der Verbandshomepage und warb für sich. Auch die Bilder im Oval der Holstenhalle warben für sich, zahlreiche sehr gut gerittene aber auch gut gefahrene Hengste wurden gezeigt. Auf diesem Wege bedanken wir uns bei den Hengsthaltern, die dieses Angebot so gut angenommen haben und deren Hengste so gut „in Schuss“ waren, dass es ein Spaß war hinzusehen. Alle Verantwortlichen freuen sich schon jetzt auf die Hengstschau 2010 und die Stutenbesitzer sicher auch.
Im Rahmen der Hengstschau wurde zudem ein ganz Großer in der Islandpferdezucht verabschiedet: Kolskeggur frá Ásmundarstödum, 1984 geborener Falbe, der sich lange im Besitz von Günther Jöhnk, Wasbek, befand und mittlerweile seine Rente bei Ina und Daniel Schulz in Ehndorf genießt. Der Hengst kann auf unzählige erfolgreiche Nachkommen in Sport und Zucht zurückblicken. Ganz besonders herausragend dabei die Stute Lokka vom Störtal, die 1995 Weltmeisterin der fünfjährigen Stuten wurde, aber natürlich auch Laxnes vom Störtal, unter Jolly Schrenk amtierender Weltmeister im Tölt T2, und viele weitere bewegungsstarke Pferde. Sein Enkel Kraftur vom Heesberg konnte am Vortag als herausragender Siegerhengst der Islandpferde gefeiert werden. Eine große Zahl seiner Söhne und Töchter wie auch Enkel waren bei der Ehrung dabei, es war ein verdienter Rahmen für den Abschied eines herausragenden Vatertieres aus der Zucht.
Dr. Elisabeth Jensen
2. Auktion für gekörte und nicht gekörte Reitponyhengste:
Ausbildungsbetriebe sichern sich ihren Nachwuchs
Trotz internationaler Finanzkrise war das Interesse der Kunden an der 2. Auktion für gekörte und nicht gekörte Reitponyhengste, die im Rahmen der Hengstkörung des Pferdestammbuchs Schleswig-Holstein/ Hamburg in Neumünster stattfand, in diesem Jahr ungebrochen. So wurden fast 70 Prozent der angebotenen Nachwuchshengste verkauft. Mit einem Gesamtumsatz von 108.300 Euro wurden die Erwartungen dabei deutlich übertroffen. Unangefochtener Spitzenkandidat war der Körungs-Siegerhengst Steendieks McLaren, der für 15.100 Euro veräußert wurde. Auffällig und besonders erfreulich für den nationalen Ponysport war die Tatsache, dass mit wenigen Ausnahmen fast alle Hengste in renommierte deutsche Ausbildungsbetriebe verkauft wurden, so dass ihre Karrieren von den nationalen Fachkompetenzen in den kommenden Jahren genauestens verfolgt werden können.
Insgesamt fanden von 23 angebotenen Reitponyhengsten 15 einen neuen Besitzer. Der Durchschnittspreis lag bei über 7.220 Euro. Bei den gekörten Hengsten lag dieser sogar bei 8.400 Euro. Nina Seidel